stOckwERk

ZEITSCHRIFT
FÜR
LITERARISCHEN
STILLSTAND

Literaturzeitschrift
für

Philologie
Feuilleton
Prosa
Poesie

 

fÜr alLe dIe gEdAnkEn leSen wOlLen

 


Grundriss

Literatur im Netz ist wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wo im Äther auf allen Kanälen die Mehrengel singen, saugt der große Sog der Infotainment-Welle wie ein Schwamm am Schwarm bei Schwansterben, Ebbe und Sinnflut auf der Oberfläche treibend.
stOckwERk - mehr Sandkorn im Getriebe der Gezeiten, als Fels in dieser schweißtreibenden Brandung – schwimmt gegen den Strom.
stOckwERk ist eine Gruppe junger Autoren, die im flüchtigen Medium der Suchbegriffe und im Glauben an die transzendentalpoetische Kraft der Kritik ein gemeinsames Schreibziel verfolgen: Aus Wörtern Worte zu machen.
Während Sisyphos seinen Stein erneut ins Rollen bringt und Tantalus sich über den niedrigen Wasserstand beklagt, obwohl ihm derselbe bereits seit langem bis zum Halse steht, wird der literarische Stillstand ausgerufen.
Der kategorische Imperativ des Lesens heißt: Still Gestanden. Mit Stopschild und anderen zeitlosen Vor- und Standbildern gerüstet, wird das Haltbarkeitsdatum der Lektüre zementiert. Die Bewegung des Lesers setzt das retardierende Element des Textes voraus.
stOckwERk ist ein Projekt des Aufbaus. Unter dem gemeinsamen Motto: Formbewusstsein statt Aufbruchsstimmung ertönt das diagonale Singen der Sägeblätter in den Lichtwinkeln der verspiegelten Fensterfronten.
stOckwERk ist Mehr: Kunst und Kultur aus Berlin à la Museumsinsel. Eine philologische Tempelanlage für prähistorische Wolkenkratzer und zündende Ideen aus der Streichholzschachtel, dem Zeitgeist der Schreibtischtäter und dem Raumgefühl der Schubladendenker entgegen.
Der Bauplan ist periodisch: Jede Ausgabe widmet sich einem bestimmten Sujet. Eine Themenwerkstatt aus bunten Platzpatronen und Barockornamenten im transparenten Bauhausstil. Zwischen klarer Linie und scharf geschossener Schnörkelschrift findet der Tapetenwechsel vor allem in den unterschiedlichen Räumen statt.


alphabeTage
plAttfOrm

Auf der Buchstabenebene finden sich verzettelte Notizen und handverlesene Bruchstücke zeitgenössischer Wortkunst in Lyrik und Prosa. Ein Forum für die literarische Phantasie von heute und zugleich ein Exkurs in die Hörsäle poetischer Praxis.


rEde chAussÉe
faHrstuHl

Neben seinem apropos apriori Editorial rEde chAusÉe, wo die sprichwörtlichen Bauklötze stillgestanden staunen, erschüttert der Herausgeber mit Trends, Terminen, Tipps, Tricks und Tratsch per Aufzug die Statik des Gebäudes.
Der Schriftverkehr versteigt sich hier beispielsweise regelmäßig unter der Rubrik eInsteigEr zur Kritik einer Eröffnungsperiode, während unter aUfsteigEr die wissenschaftlich noch kaum erforschten Beziehungen von Literatur und Bergsteigen ergründet werden.
Auch für aBsteigEr, uMsteigEr und aUssteigEr werden literarische Sternstunden zu zeitgenössischer Elevatorik.


Ernst Stern, Jahrgang 74, Dienstältester Redakteur und Geistiger Pater Noster des Projektes.
Studierte Romanistik, Anglistik, Latinistik und Literaturwissenschaft in Bonn, Paris und Berlin. Kanoniker, für den alle Wege nach Rom führen, und der Roman und Romantik für Steigerungsformen der ewigen Stadt hält. Chromatisches Temperament mit olympischem Wortsportsgeist. Trägt gerne die Hände in den Hosentaschen und dick auf.
Liest auch aus dem Kaffeesatz und ist der Meinung, dass Worte Un-Taten sind.


scHaufenSter

In den malerischen Auslagen seiner schaufenster präsentiert Tobias Lenartz optische Eindrücke mal perspektivisch, mal als Visionär, oder einfach als Ansichtssache. Bildende und darstellende Künste, sowie andere Augenweiden werden in eine gebildete Bildersprache gekleidet, in der sich die Formen, Farben, Falten und Schatten des vom Lichte lebenden Tagwerks spiegeln.

T. Lenartz, Jahrgang 75, studierte Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in Bonn und Berlin. Lieblingsfarbe: schwarz. Diskutiert auch gerne über Bücher, die er nicht gelesen hat. Leichtathletisches Schwergewicht, Cineast und detailverliebt ohne Ende. Kaffeeverächtender Verfechter asiatischer Teekultur, der der Meinung ist: Wo viel geredet wird, ist noch lange nicht alles gesagt.

 

fLatrate


Unser London-Korrespondent Will Greener engagiert sich als Botschafter britischen Humors für entspanntere Beziehungen zwischen Insel und Kontinent und setzt sich mit europäischem Geist über Sprachbarrieren und andere Verständnisprobleme hinweg.

W. M. Greener, Jahrgang 76. Studierte Germanistik und Philosophie in Oxford und Bonn. Allroundtalent und Mundharmonikavirtuose, der gerne gut kocht, aber nur ungern die eigene Suppe auslöffelt. Traditionsbewusster Teatimer und trinkfester Teebeutelexperte. Ist der Meinung, dass Worte nur Hängebrücken bauen, und hält Fleiß für einen Mangel an Intelligenz.


bIblioThEK


Für bibliophile Exzentriker empfiehlt sich ein Besuch in der Rubrik des Germanisten Gusto Stibach. Hier werden Bücherregale und Regeln, sowie lexikalische Detailfragen verhandelt. Von der Allegorie des Lesens über Begriffsstutzigkeit und Censur bis zum Zeugma wird das ABC des Lektürekanons fachmännisch durchbuchstabiert.

Gusto Stibach, Jahrgang 76, studierte Germanistik und Philosophie in Bonn und Berlin. Universalpoetiker mit einer Vorliebe für mittelhochdeutsche Heldenepik und literarische Sentenzen. Passionierter Brillenträger und Bleistiftspitzer, der vieles besser wissen will. Hält Kaffee für die beste Tageszeit und ist der Meinung, dass vor allem Worte Ordnung brauchen.

 

frAuenZimmer


Hier beschäftigt sich Doreen Maas mit literarischen Frauengestalten und anderen Fiktionen rund um den Begriff des Weiblichen. Gendered readings und feminine Lebenskultur werden mit liPpenstIft verziert, als ungeschminkte Wahrheit über aMmenMärchEn geäußert, oder als philosophische Früchte vOm bAumE der eRkenNtnIs gepflückt.

Doreen Maas, Jahrgang 81. Studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft in Berlin und Paris.
Analytikerin und Fachfrau für feminine Fragen und Antworten. Mit einer großen Schwäche für die Stärken des schwachen Geschlechts lässt sie manchmal fünf gerade und den lieben Gott einen guten Mann sein, und bewegt sich auch sonst gern unter freiem Himmel.
Ambitionierte Espressotrinkerin, die der Meinung ist, dass Gebärdensprache die besseren Argumente hat.


Last but not least unser Webmaster Mario Riemann, Jahrgang Methusalem. Studierte Informatik, Chemie und Geschichte in Potsdam. Marathonläufer und Familienvater mit ausgeprägt philosophischer Neigung. Hängte kurzentschlossen seinen Doktorhut an den Nagel, um selbstständig Nägel mit Köpfen zu machen. Weil er in einem anderen Leben am liebsten Mönch geworden wäre, gründete er die Stapis GmbH, die mit unermüdlicher Geduld, kreativen Lösungen und fachmännischer Kompetenz auch unsere Online-Performance betreut. Deshalb trinkt auch er Kaffee gegen die Müdigkeit und ist der geteilten Meinung, dass Worte nicht alles sind.


Übrigens: stOckwERk unterstützt auch die Lektüre im Offlinemodus.

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